Weitsicht

Über den Krieg

 

„Alle Menschen sind Engel und leben im Himmel.“

                                                                              - Johannes Baader

 

Wir leben eine Welt, die uns kein Geld der „Welt“ bietet.

Psychopharmaka sind teuer. Sie dämmen uns ein. Wie kann das sein?

Meine Gedanken sind durch Chemie beeinflusst. Doch sie sind stärker.

Immer wieder blitzt es auf. Ich im Himmel. So aber nicht „tragbar“ für die Gesellschaft. Ich nenne mich verrückt. Verrückt in ein Leben, das wahrer ist, als das, der Schlips- und Kostümträger. (Ich sitze gerade im Café wo sie auch sind.) Eine unsichtbare Wand trennt uns. Sie sehen mich als Einzelnen, ich sie als uniforme Masse.

Ich denke oft an den Krieg. Den Krieg der Gerechten gegen die Unwirklichkeit. Gegen Zombies in Anzügen. Hin und wieder sehe ich Krieger und Kriegerinnen, aber sie sind selten.

Ich bin ein Geschichtenerzähler. Ich kämpfe nicht. Wobei meine Texte oft kämpferisch sind. Die Feder ist stärker als das Schwert.

Mein Freund Dirk hat vor Jahren ein Bild gemalt: Das Volk ist auf dem Auszug ins gelobte Land, und ich, Martin, stehe entfernt auf einem Hügel und schaue mir das an.

Das ist meine Rolle. Der Beobachter. Doch meistens allein. Wirkliche Freunde habe ich wenige. Aber ich fühle mich geborgen in diesem Krieg der um mich tobt. Eine höhere Macht hat mich mein Leben lang beschützt. Ich bin nie tief gefallen, tanzte ich barfuß auf den Seil.

Vieles aus der wahnsinnigen Zeit habe ich ins Hier und Jetzt herübergetragen.

So den Gedanken an den Krieg, der weder etwas mit den Kreuzzügen der Christen, noch mit Jihad zu tun hat.

Ein Kampf mit Mächten und Gewalten, den Paulus beschreibt. Die man nicht sieht, außer in den Augen mancher Menschen. Das sind die Krieger mit der Liebe im Blick. Ein Blick, der heilt.

So habe ich es mir vorgestellt.

Manchmal ist die Psychose etwas Gutes. Ich nehme viel mit. Zum Beispiel in die Kneipe, wenn die Gemüter hochkochen. Ein sanftes Wort ist ein Wunder. Und eine Waffe im Krieg.

Wir müssen Niemanden besiegen. Unsere Krieger sind einfach. Sie sind sich genug. Und welches Fest, wenn zwei sich treffen. Da schwanken Mauern!

 

Martin Stoffel, 09.03.13/00:30

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